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Landtagspräsident Rhein erinnert an die Opfer des Anschlags von Hanau vor zwei Jahren

Hanau Gedenken Plenarsaal © Hessischer Landtag 2022

„Wir sind in Gedanken bei den Opfern und Angehörigen“

Zum zweiten Jahrestag des Attentats von Hanau hat der Präsident des Hessischen Landtages Boris Rhein (CDU) an die Ermordeten erinnert. „Auch zwei Jahre nach dem schrecklichen Anschlag von Hanau sind wir in Gedanken bei den Opfern. Unser Mitgefühl gilt den Familien und Angehörigen der neun Menschen, die am 19. Februar 2020 aus rassistischen Motiven ermordet wurden“, sagt Rhein, der als oberster Repräsentant des höchsten Verfassungsorgans im Land Hessen am Samstag, 19. Februar 2022, an der zentralen Gedenkstunde auf dem Hanauer Hauptfriedhof teilgenommen hat.

„Die Morde von Hanau mahnen uns, rechtsextremistisches Gedankengut mit aller Konsequenz zu bekämpfen. Denn es ist die Ursache für Antisemitismus, Verachtung und Gewalt“, erläutert Rhein weiter und fügt hinzu: „In unserer Gesellschaft darf kein Platz sein für Hass, Hetze und Rassismus. Wir müssen deshalb jeden Tag die Stimme erheben gegen Angriffe auf unsere Gesellschaft, unseren Rechtsstaat und unsere Demokratie.“

Mitgefühl allein reiche jedoch nicht. Die Aufarbeitung der Tat durch einen parlamentarischen Untersuchungsausschuss des Hessischen Landtages sei deshalb von besonderer Bedeutung, hebt Rhein hervor. Der seit Dezember 2021 öffentlich tagende Hanau-Untersuchungsausschuss (UNA 20/2) hat in seinen ersten vier Sitzungen die Angehörigen der Mordopfer als Zeugen gehört.

„Die Angehörigen haben den Anspruch und das Recht auf vollständige Aufklärung und kritische Beleuchtung der Tatumstände“, sagt der Landtagspräsident. „Natürlich kann nichts über den Verlust eines geliebten Menschen hinwegtrösten. Aber vielleicht können die vom Beirat des Hessischen Opferfonds im Dezember 2021 beschlossenen ersten Hilfezahlungen für Angehörige und Hinterbliebene des rassistisch motivierten Anschlags von Hanau ein wenig dazu beitragen, die materielle Not zu lindern, die durch die fürchterliche Tat entstanden ist.“

Am 19. Februar 2020 hatte der damals 43 Jahre alte Täter Tobias R. in Hanau neun Menschen mit ausländischen Wurzeln erschossen. Die Opfer heißen Gökhan Gültekin, Sedat Gürbüz, Said Nesar Hashemi, Mercedes Kierpacz, Hamza Kenan Kurtovic, Vili Viorel Paun, Fatih Saracoglu, Ferhat Unvar und Kaloyan Velkov. Danach tötete Tobias R. auch seine Mutter und sich selbst.