Wählen mit 16?

Stimmzettel mit Kugelschreiber, Foto: Hessischer Landtag, Kanzlei

Soll das Wahlalter bei Landtagswahlen auf 16 Jahre herabgesetzt werden? Was spricht dafür und was dagegen? Hier kannst du dich schlau machen und mit abstimmen.

 

Pro: Die Jugend sollte eine Stimme haben – und ab 16 wählen dürfen

 

  • Jugendliche sollten sich aktiv am öffentlichen Leben beteiligen können und deshalb so früh wie möglich an den demokratischen Prozessen beteiligt werden.
  • Viele Jugendliche entscheiden schon mit 16 über ihren Berufsweg und beginnen eine Ausbildung oder nehmen mit 17 ein Studium auf. Warum sollten sie nicht auch über die Hochschulpolitik in Hessen mitbestimmen und vernünftige Wahlentscheidung treffen können?
  • Wahlkämpfe finden zunehmendin den sozialen Medien statt. Informationen zur Landtagswahl und die verschiedenen Wahlprogrammewerden zunehmend „online“ vermittelt. Hier stellen Jugendlichen den größten Anteil der User.
  • Die Gesellschaft wird immer älter – nicht zuletzt deshalb sollte die Jugend eine Stimme haben. Durch ein niedrigeres Wahlalter fänden die betroffenen Bevölkerungsgruppen in der Politik mehr Berücksichtigung.
  • Jugendliche, die bei ihrer ersten Wahl noch Schülerinnen bzw. Schüler sind, können durch politische Bildung im Unterricht – ohne direkten Einfluss von Parteien – an die erste Wahl herangeführt werden.
  • Aus diesen Gründen wurde das Wahlalter bei Landtagswahlen bereits in den Bundesländern Bremen und Hamburg auf 16 Jahre abgesenkt.

 

Contra: Die Herabsetzung des Wahlalters hat keine echte Auswirkung

  • Jugendliche sind nicht politikverdrossen, weil sie erst mit 18 Jahren wählen dürfen, sondern weil sie die Sprache der Politiker nicht verstehen. Viele Jugendliche fühlen sich über die Parteien nicht genug informiert.
  • Diejenigen, die sich für eine Herabsetzung des Wahlalters stark machen, sollten sich besser dafür einsetzen, dass Politik verstanden wird.
  • Nur weil eine 16-Jährige zwei Kreuzchen machen darf, verändern sich dadurch ihre beruflichen Perspektiven und ihre Zukunftsaussichten nicht.
  • Demokratie ist mehr als ein Wahlzettel: Demokratie heißt echte Mitbestimmung auch in den Parteien – die geringe Anzahl von jüngeren Kandidaten der Parteien spricht eine andere Sprache.
  • Der Anteil der Erstwählerinnen und -wähler an Bundestagswahlen sinkt kontinuierlich – ein weiterer Beleg dafür, dass der Stimmzettel allein nicht reicht, um gerade junge Menschen für Demokratie zu begeistern.
  • 16-Jährige sind oft noch naiv und vertrauen den Aussagen von Parteien oder Kandidaten zu sehr.
  • 16-Jährige kennen meist weder die Programme der Parteien noch deren Kandidaten, sondern wählen unter dem Einfluss von Eltern oder Freunden.

 

Umfrage