Die Landtagswahlen

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Ab wann dürft ihr wählen und wer darf überhaupt wählen? Wie wird gewählt und wer darf sich überhaupt wählen lassen? Die wichtigsten Fragen rund um eine Landtagswahl beantworten wir euch hier:

Was ist eine Landtagswahl?

# Bei der Landtagswahl wählt das hessische Volk seine Vertreter im Landesparlament.

Bei der Landtagswahl entscheiden die Wählerinnen und Wähler, welche Kandidaten von welcher Partei sie in den Landtag „abordnen“ möchten. Mit ihrer Stimme haben sie somit Einfluss darauf, welche Partei am stärksten wird und damit die politische Mehrheit bekommt. Weil die Zusammensetzung des Landtags nach jeder Wahl anders ist, wird nach jeder Wahl eine neue Regierung gebildet. Die Landtagswahl findet normalerweise alle 5 Jahre statt. Daher bleiben Landtag und Landesregierung in der Regel auch 5 Jahre im Amt. Man bezeichnet dies als Wahlperiode oder Legislaturperiode.

Was ist aktives und passives Wahlrecht?

# Aktives Wahlrecht haben alle deutschen Staatsbürger, die in Hessen leben und mindestens 18 Jahre alt sind.

Aktives Wahlrecht bedeutet, dass man bei der Landtagswahl wählen darf. Man ist „wahlberechtigt“. Um wählen zu dürfen, muss man jedoch drei Voraussetzungen erfüllen: - mindestens 18 Jahre alt sein - die deutsche Staatsangehörigkeit – also einen deutschen Pass – haben -, seit mindestens 3 Monaten in Hessen leben

Passives Wahlrecht bedeutet, dass man in den Landtag gewählt werden kann. Dafür muss man deutscher Staatsbürger und  in Hessen mindestens 21 Jahre alt sein und seit mindestens 1 Jahr in Hessen leben.

Wie wird gewählt?

# Alle Wahlberechtigten haben zwei Stimmen: die „Erststimme“ und die „Zweitstimme“.

Mit der Erststimme kann man eine Kandidatin oder einen Kandidaten aus dem eigenen Wahlkreis, also jemanden aus der eigenen Gegend, wählen. Darum wird die Erststimme auch Wahlkreisstimme genannt. Die Person, die in einem Wahlkreis die meisten Stimmen erhält, kommt direkt in den Landtag. Weil es 55 Wahlkreise in Hessen gibt, gibt es im Landtag auch 55 solcher „Direktmandate“. Somit wird mit der Erststimme sichergestellt, dass jeder Wahlkreis im Landtag vertreten ist.

Mit ihrer Zweitstimme entscheiden sich die Wählerinnen und Wähler für eine Partei, genauer gesagt für die Landesliste einer Partei. Auf dieser Liste legen die Parteien vor der Wahl die Personen fest, die sie in den Landtag schicken möchten. Die Reihenfolge auf der Liste entscheidet darüber, wer in den Landtag geht. Wer oben steht, hat größere Chancen. Die Zweitstimme wird auch Landesstimme genannt. Das Parlament besteht also zur Hälfte aus Personen, die als Wahlkreissieger direkt gewählt wurden und zur anderen Hälfte aus Kandidatinnen und Kandidaten von den Landeslisten der Parteien.

Warum gibt es keine sehr kleinen Parteien im Landtag?

# Es kommen nur Parteien in den Landtag, die mehr als 5 Prozent der Stimmen erhalten haben.

In der Hessischen Verfassung wurde festgelegt, dass Parteien, die nur wenige Prozent der Wählerstimmen erhalten, nicht in den Landtag einziehen können. Der Sinn dieser Regel ist es, eine zu starke Zersplitterung des Parlaments zu verhindern. Denn mit vielen sehr kleinen Parteien würde es schwer werden, eine Regierung zu bilden. Diese Fünf-Prozent-Hürde gibt es übrigens auch bei der Wahl für den Deutschen Bundestag.

Wer hat das Sagen?

# Chef der Wahl ist der Landeswahlleiter.

Der Landeswahlleiter ist dafür verantwortlich, dass die Wahl ohne Pannen verläuft. Er organisiert die Wahl, gibt nach der Wahl das Ergebnis bekannt und kümmert sich darum, dass alle Regeln eingehalten werden. Bei den Regeln geht es insbesondere darum, die Einhaltung der Wahlgrundsätze zu sichern.

# Die Wahlen in Hessen sind allgemein, frei, gleich, geheim und unmittelbar.

Die Wahlgrundsätze stehen in der Hessischen Verfassung. Darin heißt es, dass die Abgeordneten in allgemeiner, freier, gleicher, geheimer und unmittelbarer Wahl gewählt werden. - „Allgemein“ bedeutet, dass grundsätzlich alle Bürgerinnen und Bürger, die wahlberechtigt sind, wählen dürfen. Jeder, der wählbar ist, darf gewählt werden. - „Frei“ bedeutet, dass man selbst entscheidet, wen man wählt. Niemand darf Druck ausüben, eine bestimmte Partei oder eine bestimmte Person zu wählen. - „Gleich“ bedeutet, dass alle Stimmen gleich sind. Egal ob jemand arm oder reich ist, berühmt oder gerade in der Ausbildung: Jede Stimme zählt gleich schwer. - „Geheim“ bedeutet, dass man niemandem erzählen muss, wen man gewählt hat. Deswegen gibt es auch Urnen in der Wahlkabine und einen Sichtschutz. So kann niemand sehen, wen man wählt. - „Unmittelbar“ bedeutet, dass die Wählerinnen und Wähler die Kandidaten für den Landtag direkt und selbst wählen.

Kann man mithelfen bei der Wahl?

Jede wahlberechtigte Person kann bei der Durchführung der hessischen Landtagswahl helfen. Das Land Hessen ist sogar auf die Hilfe angewiesen, viele Wahlhelferinnen und -helfer werden bei jeder Landtagswahl benötigt. Wenn sich nicht ausreichend Freiwillige zur Unterstützung gemeldet haben, kann man „berufen“ werden. Dann ist man zur Wahlhilfe verpflichtet und erhält die Aufgabe, die korrekte Durchführung der Wahl zu gewährleisten und das amtliche Wahlergebnis im eigenen Wahlbezirk festzustellen.

Zahlen – Daten – Fakten

Seit dem 1. Dezember 1946, als der erste Landtag in Hessen gewählt wurde, wurde schon 20 Mal gewählt. Das letzte Mal am 28.10.2018.
Hessen hat insgesamt 6,2 Millionen Einwohner, 4,38 Millionen davon sind wahlberechtigt.
Die Wahlbeteiligung bei der letzten Landtagswahl 2013 lag bei 73,2 Prozent. Das heißt, das 3 216 206 Personen zur Wahl gegangen sind. Das war bei der vorletzten Wahl 2009 noch ganz anders, damals lag die Beteiligung bei 61 Prozent.
Die höchste Wahlbeteiligung wurde im Jahr 1978 verzeichnet: Sie betrug 87,7 Prozent.

Das Wahlverfahren zur Landtagswahl

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