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Die Erst- und Zweitplatzierten mit Landtagspräsidentin Wallmann

„Klar denken, fair streiten“

Beim Landesfinale des Wettbewerbs Jugend debattiert qualifizieren sich vier hessische Schülerinnen und Schüler für das Bundesfinale in Berlin.

Für eine lebendige Demokratie sind fundierte, sachliche Streitgespräche unerlässlich, betonen die Initiatoren von Jugend debattiert. Sowohl in der Politik als auch im gesellschaftlichen Diskurs überzeugt, wer die eigene Meinung klar zum Ausdruck bringt und die andere Seite kritisch hinterfragt, ohne sie herabzuwürdigen. 

Dass sie diese Kunst bereits auf hohem Niveau beherrschen, haben acht hessische Schülerinnen und Schüler im Landesfinale des Wettbewerbs Jugend debattiert unter Beweis gestellt. Dabei qualifizierten sich Ella Milke aus Oberursel, Lejla Sefo aus Frankfurt, Marius Kümmel aus Künzell sowie Leopold Heuberger aus Darmstadt für die Bundesfinaltage, die im Juni in Berlin stattfinden werden.

Wie schon in den vergangenen Jahren wurde das Landesfinale im Plenarsaal des Hessischen Landtages in Wiesbaden ausgetragen. Ausgerichtet wurde es in Kooperation zwischen dem Hessischen Landtag, dem Hessischen Kultusministerium, der Hertie-Stiftung und dem Hessischen Rundfunk als Medienpartner. YOU FM-Moderator Noel Schmidt führte auch in diesem Jahr durch die Veranstaltung.

„Kernkompetenzen demokratischer Meinungsbildung“

Vor den rund 250 Besucherinnen und Besuchern sagte Landtagspräsidentin Astrid Wallmann zur Eröffnung: „Seit über 20 Jahren fördert Jugend debattiert die Teilhabe junger Menschen am gesellschaftlichen und politischen Diskurs und leistet damit einen unschätzbar wertvollen Beitrag für unsere Demokratie. Bei dem bundesweiten Schülerwettbewerb werden Kernkompetenzen der demokratischen Meinungsbildung und Partizipation vermittelt: sich eingehend und aus unterschiedlichen Perspektiven mit einem Thema auseinanderzusetzen, miteinander in Dialog zu treten, einander zuzuhören und mit Inhalten und Argumenten zu überzeugen.“

Kultusminister Armin Schwarz ergänzte: „In einer Zeit, in der öffentliche Diskussionen zunehmend von gesellschaftlicher Polarisierung, Falschinformationen und Unsachlichkeit – insbesondere in sozialen Medien – geprägt sind, ist es wichtiger denn je, dass junge Menschen lernen, respektvoll und konstruktiv zu debattieren. Genau das fördert Jugend debattiert: Hier geht es nicht darum, einen Andersdenkenden zu besiegen, sondern gemeinsam im Dialog mit mehreren Stimmen die besten Lösungen für komplexe gesellschaftliche Fragen zu finden.“

Debattenthemen Sicherheit und Medien

Die Finaldebatte der Altersgruppe I (Jahrgänge 8 bis 10) befasste sich mit der Streitfrage, ob an ausgewählten Fernverkehrsbahnhöfen Sicherheitskontrollen wie am Flughafen durchgeführt werden sollen. Ella Milke, der die Pro-Position zugelost worden war, beeindruckte die Jury vor allem durch die sorgfältige Prüfung der Gegenargumente, die die Contra-Seite vorbrachte, während Lejla Sefo (Contra) durch ihr authentisches Auftreten überzeugte. Doch auch Bennet Floyd Weber und Sarah Ebert stellen unter Beweis, dass sie zu Recht an diesem Landesfinale teilnahmen.

Die Finalistinnen und Finalisten der Altersgruppe II (Jahrgänge 11 bis 13) debattierten darüber, ob die Anzahl öffentlich-rechtlicher Fernseh- und Radioprogramme reduziert werden soll. Marius Kümmel (Contra) und Leopold Heuberger (Pro) argumentierten besonders kenntnisreich und prägnant, wobei auch Mauricio Chiodi Rink und Henry Hambach dafür gelobt wurden, das komplexe Thema anschaulich dargestellt zu haben.

Als Auszeichnung für ihren Erfolg dürfen die jeweils Erst- und Zweitplatzierten des Landesfinales gemeinsam mit den Siegerinnen und Siegern der anderen Bundesländer an einem fünftägigen professionellen Rhetorik-Intensivtraining teilnehmen, das sie auf die Bundesfinaltage vorbereiten wird.

Jury mit eigener Debattenerfahrung

In den Jurys beider Debatten waren mit Alina Eckert, Justin Gesellchen, Maximilian Schon, Jakob Schwed und Annika Seuring ehemalige Landes- und Bundessiegerinnen und -sieger vertreten. Darüber hinaus gehörte Ute Wellstein, Leiterin des hr-Landtagsstudios, sowie die Projektlehrerin Frauke Stock zur Jury. Für die musikalische Begleitung sorgten das Orchester des Goethe-Gymnasiums Frankfurt unter der Leitung von Dr. Felix Steiner sowie Tilman Jerrentups Gesangsensemble „Frauenzimmer“ der Diltheyschule Wiesbaden. Beschäftigte des Bereichs Politische Bildung des Hessischen Landtages informierten über verschiedene Bildungs- und Informationsangebote des Parlaments, und Dr. Christian Maatje stellte den „Creator Room“ vor, das neue Medienkompetenz-Studio des Hessischen Rundfunks. 

Hintergrund

Auch im laufenden Schuljahr beteiligten sich wieder mehr als 120 Projektschulen in Hessen am Wettbewerb Jugend debattiert. Innerhalb einer 24-minütigen Debatte argumentieren immer zwei Schülerinnen und Schüler für und zwei Schülerinnen und Schüler gegen eine vorgegebene Streitfrage. Die Positionen, Pro und Contra, werden den Teilnehmerinnen und Teilnehmern kurz zuvor zugelost. Die Jury trifft ihre Entscheidung stets anhand der Bewertungskriterien Sachkenntnis, Ausdrucksvermögen, Gesprächsfähigkeit und Überzeugungskraft.

Durch Jugend debattiert ermutigen die beteiligten Akteure Schülerinnen und Schüler weiterführender Schulen, ihre sprachliche, politische und persönliche Bildung zu verbessern. Jugend debattiert ist eine Initiative des Bundespräsidenten und steht unter seiner Schirmherrschaft. Partner sind die Hertie-Stiftung, die Heinz-Nixdorf-Stiftung sowie die Kultusministerkonferenz, die Kultusministerien und die Parlamente der Länder. Das Programm wird vom Bundesministerium für Bildung und Forschung gefördert. 

Die Finalistinnen und Finalisten im Landeswettbewerb in Hessen 2025: 

Altersgruppe 1 (Klassen 8 bis 10):

  • 1. Platz:               Ella Milke, Gymnasium Oberursel
  • 2. Platz:               Lejla Sefo, Leibnizschule Frankfurt-Höchst
  • 3. Platz:               Bennet Floyd Weber, Friedrichsgymnasium Kassel 
  • 4. Platz:               Sarah Ebert, Ulstertalschule Hilders

Altersgruppe 2 (Jahrgangsstufen 11 bis 13):

  • 1. Platz:               Marius Kümmel, Rabanus-Maurus-Schule Fulda
  • 2. Platz:               Leopold Heuberger, Edith-Stein-Schule Darmstadt
  • 3. Platz:               Mauricio Chiodi Rink, Oranienschule Wiesbaden
  • 4. Platz:               Henry Hambach, Wigbertschule Hünfeld

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