Trauer um frühere Vizepräsidentin Ruth Wagner
Der Hessische Landtag trauert um seine frühere Vizepräsidentin und langjährige Abgeordnete Ruth Wagner. Die Politikerin der Freien Demokraten aus Darmstadt ist mit 85 Jahren verstorben.
Mehr als 25 Jahre Mitglied im Landesparlament
Dem Hessischen Landtag gehörte Wagner von Dezember 1978 bis November 1982, von Oktober 1983 bis April 1999 sowie von April 2003 bis April 2008 an. Von 1994 bis 1999 war sie Vorsitzende der FDP-Fraktion. Von 1987 bis 1991 sowie von 2003 bis zu ihrem Ausscheiden aus dem Parlament im Jahr 2008 war Ruth Wagner Vizepräsidentin des Hessischen Landtages.
Von 1999 bis 2003 war Wagner im Kabinett von CDU-Ministerpräsident Roland Koch Ministerin für Wissenschaft und Kunst sowie stellvertretende Ministerpräsidentin in der schwarz-gelben Koalition. Für ihre Verdienste um die Deutsche Einheit wurde ihr 2010 die Wilhelm-Leuschner-Medaille des Landes Hessen verliehen.
Gesellschaftliches Engagement auch nach dem Ausscheiden aus dem Landtag
„Ruth Wagner hat die hessische Landespolitik geprägt und sich über ihre aktive politische Zeit hinaus in besonderer Weise für die Gesellschaft und das Miteinander in Hessen engagiert“, sagt Landtagspräsidentin Astrid Wallmann. „Ruth Wagner lag insbesondere ihre Darmstädter Heimat und die Region am Herzen, außerdem die Wissenschaft, die Bildung, die Kunst und die Kultur. Auch der Vermittlung der jüdischen Geschichte in Hessen hatte sich Ruth Wagner verschrieben. Dieses umfassende Engagement ist vorbildlich und verdient unsere Anerkennung und unseren Dank“, so Wallmann.
Nachhaltiges Wirken im Landtag
Ruth Wagner war maßgeblich beteiligt, das Wandrelief aus dem früheren Plenarsaal für die Zukunft zu bewahren. Das Kunstwerk von Bildhauer Ludwig Gies zeigt den hessischen Löwen in den angedeuteten Schwingen des Bundesadlers. Gies gestaltete auch die berühmte "fette Henne", den bekannten Adler im Bundestag. Beim Abriss des hessischen Plenarsaals 2004 sollte auch das Kunstwerk verschwinden. Ruth Wagner kämpfte dafür, es im Innenhof wieder aufzuhängen.