80 Jahre Demokratiegeschichte - Sonderführung zum Landesjubiläum
Rund 40 Auszubildende für Büromanagement der Theodor-Heuss-Schule aus Wetzlar waren nach Wiesbaden gekommen zur Führung durch 80 Jahre Hessen.
Den Musiksaal fanden sie alle am beeindruckendsten. Goldene Säulen, fantasievolle Gemälde, edles Parkett – im herzoglichen Stadtschloss kamen vor 80 Jahren erstmals die Parlamentarier für ihre Sitzungen zusammen. „Ich wusste nicht, dass der Landtag früher in einem Schloss getagt hat“, sagt Stella Löwen. Die 20-jährige war zusammen mit rund 40 anderen Auszubildenden für Büromanagement der Theodor-Heuss-Schule aus Wetzlar nach Wiesbaden gefahren.
Die Besucher lernten dort Elisabeth Selbert kennen und das alte historische Rednerpult, von dem aus sie sich in den 1940er und 1950er Jahren für die Gleichberechtigung stark gemacht hatte. Das Pult wurde nach Jahrzehnten aus dem Lager geholt, entstaubt und aufgemöbelt. „Es überrascht schon, wenn man hört, dass Frauen früher nicht so viele Rechte hatten und nicht so vertreten waren in der Politik“, sagt Jonas Keil, 28. Heute sei die Gleichberechtigung eine Selbstverständlichkeit, früher musste darum gerungen werden. Selbert, 1986 in Kassel gestorben, war zwölf Jahre Abgeordnete des Hessischen Landtages.
Auf den Spuren von Queen und Dalai Lama
Anhand historischer Wahlplakate tauchen die Berufsschülerinnen und -schüler in die sich wandelnde politische Landschaft ein. In den 1970er Jahren kann sich die FDP als alleiniger Koalitionspartner für CDU oder SPD ins Spiel bringen. In den 1980er Jahren mischen die Grünen erst den Landtag und kurz darauf die Landesregierung auf. Später ziehen erst die Linken, dann die AfD in das Landesparlament ein.
„Ich fand es spannend, welche berühmten Leute im Landtag zu Gast waren“, sagt Chantal Soriano Henriquez. Sie zählt die Queen und den Dalai Lama auf. Große Fotos der beiden werden im Rahmen der Führung gezeigt.
Weitere Informationen zu den Sonderführungen immer dienstags und samstags gibt es im 80 Jahre-Portal.