„Erinnerungsarbeit ist ein wichtiger Beitrag für Frieden und Freiheit“
Benefizkonzert eröffnet Spendensammlung des Volksbundes
Mit einem Benefizkonzert im Hessischen Landtag hat die diesjährige Spendensammlung für den Landesverband des Volksbundes Deutsche Kriegsgräberfürsorge begonnen. Bis Jahresende sammeln Ehrenamtliche Geld für Projekte des Volksbundes.
„Kriegsgräber sind stumme Zeugen der Vergangenheit. Sie erzählen von der gewaltvollen ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts in Europa“, sagte Landtagspräsidentin Astrid Wallmann, die zugleich Schirmherrin des Volksbundes in Hessen ist. Es sei wichtig, die Geschichte hinter den Gräbern sichtbar zu machen und die Erinnerung an die Opfer von Krieg und Gewaltherrschaft wachzuhalten. Der Volksbund leiste hierzu einen wichtigen Beitrag, so Wallmann.
Mit Forschungsprojekten und Bildungsangeboten arbeitet der Volksbund historische Zusammenhänge auf. Ein Beispiel ist die im vergangenen Jahr abgeschlossene Untersuchung der Kriegsgräberfelder auf dem Südfriedhof in Wiesbaden, wo mehr als 2.000 Menschen bestattet wurden. Die Ergebnisse der Forschung werden vor Ort auf Informationstafeln sowie im Internet zugänglich gemacht.
Wallmann betont die Bedeutung der Jugendbildungsarbeit
„Über die Darstellung ihrer individuellen Schicksale erhalten die Opfer ein Gesicht und die Sinnlosigkeit und das Leid des Krieges werden greifbar“, betonte Wallmann. Dies gelte insbesondere auch für die Jugendbildungsarbeit des Volksbundes: „Der Volksbund leistet einen wichtigen Beitrag dazu, die Erinnerung an die Opfer von Krieg und Gewaltherrschaft in unserem Land wachzuhalten und den Wert unseres Lebens in Frieden und Freiheit immer wieder neu schätzen zu lernen.“
Das Benefizkonzert bildete den Auftakt zur traditionellen Haus- und Straßensammlung des Volksbundes in Hessen, die noch bis Ende des Jahres geht. Zahlreiche ehrenamtliche Sammlerinnen und Sammler engagieren sich jedes Jahr für die Spendenaktion. Mit den Einnahmen werden die vielfältigen Aufgaben des Volksbundes unterstützt – von der Pflege und Erhaltung der Kriegsgräberstätten bis hin zu Bildungs- und Erinnerungsprojekten. Bei der Aktion im vergangenen Jahr kamen rund 97.000 Euro zusammen.
Volksbund vermittelt, wohin Hass und Gewalt führen können
Der Landesvorsitzende und frühere Landtagspräsident Karl Starzacher dankte den Sammlerinnen und Sammlern für ihren Einsatz. Er erinnerte an die Projekte des Volksbundes in Deutschland und ganz Europa. Er sagte: „80 Jahre nach Gründung des Landes Hessen gibt es immer weniger Zeitzeugen. Umso wichtiger sind Begegnungen für junge Menschen bei Kriegsgräbern oder auf Friedhöfen, wo sie erfahren können, wohin Hass, Gewalt und Ausgrenzung führen. Sie erfahren dort, wie über Grenzen hinweg Freundschaft wachsen kann und damit das eigene Leben bereichert wird.“
Auf der Bühne spielte der Musiker Roger Moreno-Rathgeb gemeinsam mit Janusch Hallema. Moreno-Rathgeb komponierte das Werk „Requiem für Auschwitz“, das an die von den Nationalsozialisten ermordeten Sinti und Roma erinnert und damit ein besonderes Zeichen des Gedenkens setzt.
Hintergrund
Der Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge e. V. widmet sich der Erhaltung und Pflege der Gräber der Opfer von Krieg und Gewaltherrschaft. Darüber hinaus engagiert er sich für die historische Aufarbeitung und insbesondere für die Jugend- und Bildungsarbeit. In Hessen wird diese Arbeit durch die jährliche Haus- und Straßensammlung sowie durch zahlreiche ehrenamtlich Engagierte unterstützt. Der Hessische Landtag ist seit vielen Jahren Partner des Volksbundes und unterstützt dessen Arbeit unter anderem mit dem traditionellen Benefizkonzert zum Auftakt der Spendensammlung.