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Porträts von Dr. Mai Thi Nguyen-Kim und Gunter Demnig

Mai Thi Nguyen-Kim und ­­­Gunter Demnig erhalten erstmals verliehenen Verfassungspreis des Landes Hessen

Die Wissenschaftsjournalistin Dr. Mai Thi Nguyen-Kim und der Künstler Gunter Demnig erhalten als erste Preisträger den neuen Verfassungspreis des Landes Hessen. Zum 80. Landesjubiläum stiftet Landtagspräsidentin Astrid Wallmann diese Auszeichnung. 

„Der Hessische Verfassungspreis würdigt dieses besondere Jubiläum unserer Landesverfassung. Er soll zugleich den Beitrag von Menschen in den Fokus rücken, die mit ihrem Tun wesentlich dazu beitragen, dass Demokratie auch in Zukunft weiterhin so lebendig bleibt wie in den Anfangsjahren unseres Landes.“
Astrid Wallmann, Präsidentin des Hessischen Landtags

Die Hessische Verfassung ist die älteste Landesverfassung Deutschlands, die noch in Kraft ist. Die Parlamentspräsidentin gab die ersten Preisträger nicht ohne Grund in der Aula der Oranienschule in Wiesbaden bekannt: „Wir stehen auf historischem Boden: In diesem Saal trat auf den Tag genau vor 80 Jahren, am 15. Juli 1946, die Verfassungberatende Landesversammlung von Groß-Hessen und damit das erste frei gewählte Parlament zu seiner konstituierenden Sitzung zusammen. Mit dem Verfassungspreis möchten wir an den Pioniergeist jener Parlamentsmitglieder anknüpfen, die damals eine Verfassung schufen, die bis heute gilt und die zugleich eine wichtige Grundlage für die Ausgestaltung des deutschen Grundgesetzes war.“

Landtagspräsidentin Astrid Wallmann beim Pressetermin zum neuen Verfassungspreis

Über den Verfassungspreis des Landes Hessen

Die Ehrung soll gemäß dem zugrunde liegenden Stiftungserlass „in der Regel jeweils zwei Personen des öffentlichen Lebens aus dem In- oder Ausland zuteilwerden, die sich als Vordenker und Wegbereiter um wichtige Impulse für die Stärkung und Weiterentwicklung der freiheitlichen demokratischen Grundordnung, des Föderalismus, des Rechtsstaates oder des demokratischen Gemeinwesens verdient gemacht haben“.

Der Verfassungspreis ist undotiert. Die Preisträger erhalten eine Urkunde sowie eine Bronzeskulptur, die der international renommierte Bildhauer Stephan Balkenhol aus Kassel eigens für den Verfassungspreis gestaltet hat. Die erste Preisverleihung findet am 28. Oktober 2026 im Kurhaus Wiesbaden statt – und somit am Vorabend des Tages, an dem die Hessische Verfassung 1946 durch die damalige Landesversammlung beschlossen wurde. Künftig soll der Preis alle fünf Jahre jeweils zu einem runden oder halbrunden Jubiläum der Hessischen Verfassung vergeben werden.

Informationen zum Verfassungspreis des Landes Hessen

Die Preisträger 2026

Die von der Hessischen Bergstraße stammende Wissenschaftsjournalistin Dr. Mai Thi Nguyen-Kim erreicht mit ihren vielfältigen ZDF-Online- und Fernsehformaten einen großen Teil der Gesellschaft, insbesondere junge Menschen. „Neben fundierten wissenschaftlichen Fakten vermittelt Dr. Mai Thi Nguyen-Kim umfassende Zusammenhänge unserer komplexen Welt. In ihren innovativen Vermittlungsformaten gelingt es ihr, sowohl zu unterhalten als auch die wichtige Bedeutung demokratischer Grundprinzipien deutlich zu machen. Gleichzeitig warnt sie vor den Gefahren durch Desinformation und Populismus. Auf diese Weise entlarvt sie populäre Mythen und klärt eine breite Öffentlichkeit über wissenschaftliche Erkenntnisse auf“, sagte die Parlamentspräsidentin bei der Bekanntgabe.

Die promovierte Chemikerin, Moderatorin und Autorin Nguyen-Kim dankte Parlamentspräsidentin Wallmann für diese Auszeichnung: „Wissenschaft und Forschung sind ein essenzieller Teil einer demokratischen Gesellschaft. Genau dafür setzt der Preis ein Zeichen. Ich freue mich auf die Verleihung in Wiesbaden.“

Der Künstler Gunter Demnig aus Alsfeld ist Begründer der Stolpersteine, die seit 1996 einen bedeutenden Beitrag zur Erinnerungskultur an die Opfer des Nationalsozialismus leisten. Etwa 116.000 verlegte Stolpersteine in fast 1.900 Kommunen in ganz Europa formen inzwischen das weltweit größte dezentrale Mahnmal. „Die Stolperstein-Aktion lässt Menschen mitten in ihrem Alltag innehalten und lädt zum Nachdenken ein. Anhand der Stolpersteine wird dem Schicksal der Opfer des Nationalsozialismus konkret und individuell gedacht. Zugleich erinnert dieses dezentral und partizipativ ausgerichtete Mahnmal die Menschen an ihre persönliche Verantwortung, durch ihr Eintreten für Freiheit, Demokratie und Rechtsstaatlichkeit Konsequenzen aus der Vergangenheit zu ziehen“, sagte Landtagspräsidentin Wallmann bei der Bekanntgabe.

Preisträger Demnig ging in seinen Dankesworten auf die Rolle der Erinnerungskultur ein: „Wir freuen uns sehr über diese Auszeichnung. Für Angehörige der Opfer ist es von enormer Bedeutung, dass sie einen Ort der Erinnerung haben, denn die meisten Opfer haben weder Grab noch Grabstein. Besonders wichtig ist mir das Interesse von Jugendlichen, die sich die Frage stellen, wie dies alles überhaupt geschehen konnte.“

Hinweis

Presse-Fotos und kurze Video-Botschaften der beiden Preisträger zur Berichterstattung stehen hier für die Berichterstattung zur Verfügung. 

Im Nachgang der Pressekonferenz werden Bilder auf der Webseite des Landtages veröffentlicht.