„Sich erinnern bedeutet, aktiv am Frieden zu arbeiten“
Landtagspräsidentin Wallmann dankt Freiwilligen für Einsatz im Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge
Nahezu 100.000 Euro an Spenden haben Helferinnen und Helfer des Volksbunds Deutsche Kriegsgräberfürsorge in Hessen im vergangenen Jahr eingesammelt. Bei der Dankveranstaltung im Hessischen Landtag würdigte Landtagspräsidentin Astrid Wallmann (CDU) als Schirmherrin des Landesverbandes Hessen ihren Beitrag: „Mit ihrem Einsatz ermöglichen es die Sammlerinnen und Sammler, dem Leid des Krieges auch für nachfolgende Generationen ein Gesicht zu geben und das Erlebte präsent zu halten. Wenn die letzten Zeitzeugen verstummen, tragen Gedenkorte wie die Kriegsgräberstätten die leidvolle Geschichte des 20. Jahrhunderts weiter.“
Mit der Jugend- und Bildungsarbeit leiste der Volksbund zugleich einen wertvollen Beitrag dazu, in einer veränderten sicherheitspolitischen Lage dem Streben nach Frieden eine neue Aktualität zu verleihen, sagte die Parlamentspräsidentin. „Friede ist kein Zustand, der einmal erreicht ist, sondern ein Prozess. Ihn zu bewahren und zu sichern, ist eine dauerhafte Aufgabe, an der alle gesellschaftlichen Kräfte mitwirken müssen“, so Wallmann.
Erinnerungskultur bleibt fortwährende Aufgabe
Karl Starzacher, Vorsitzender des hessischen Landesverbandes und ehemaliger Präsident des Hessischen Landtages, dankte ebenfalls den Sammlerinnen und Sammlern für ihre Arbeit. „Wir können und müssen uns einsetzen für Menschen, die unsere Hilfe benötigen. Wenn wir das nicht tun, ist das Leben in Frieden und Freiheit gefährdet, wie wir es kennen und schätzen. Denn es bleibt unsere fortwährende Aufgabe, die Erinnerungen der nicht mehr lebenden Zeitzeugen wachzuhalten und die Mahnung zum friedlichen Miteinander glaubhaft und energisch zu vertreten“, sagte Starzacher.
Etwa 40 Einzelsammlerinnen und -sammler sowie Vertreter der Bundeswehr, von Reservistenkameradschaften, Jugendfeuerwehren, Freiwilligen Feuerwehren und Vereinen nahmen an der Dankveranstaltung im Musiksaal des Hessischen Landtages teil.
Hintergrund
In Hessen ruhen mehr als 70.000 Menschen auf etwa 1050 Kriegsgräberstätten. Die staatliche Verpflichtung, sich um den Erhalt und die Pflege von Kriegsgräbern zu kümmern, ist in Deutschland Aufgabe des gemeinnützigen Vereins Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge e.V. und wird über die Landesverbände organisiert. Auf den Kriegsgräberstätten in Deutschland liegen neben Soldaten auch Zwangsarbeiterinnen und Zwangsarbeiter begraben sowie KZ-Häftlinge, Widerstandskämpfer, Opfer der NS-„Euthanasie“ und von Bombardierungen. Die Landesverbände vermitteln die von den Kriegsgräberstätten ausgehende mahnende Botschaft gegen Krieg und Gewaltherrschaft.
Geehrt wurden:
- Bundeswehrstandorte: Frankenberg (Eder), Schwarzenborn, Stadtallendorf
- Reservistenkameradschaften: Bad Homburg, Blankenau, Frankfurt/Main, Reinhardshagen
- Freiwillige Feuerwehren: Haunetal-Neukirchen, Lauterbach-Frischborn
- Jugendfeuerwehren: Lindenfels-Schlierbach, Tann/Rhön
- Vereine und Sammler: Günter Begovici & Günter Pieper, Frankfurt; Karl Eckl & Walter Schmakeit, Sportpistolenklub Offenbach; Georg Giwitz, Seligenstadt; Philipp Merle