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Regenbogenempfang 2026

Vielfalt im Spitzensport: Regenbogenempfang im Landtag

Ex-Profifußballer Marcus Urban berichtet von Homosexualität im Sport. Landtag versichert Unterstützung der LGBTIQ+-Bewegung in schwierigen Zeiten.

Offen, bunt und vielfältig – das ist der Regenbogenempfang im Hessischen Landtag. Rund 160 Gäste kamen auf Einladung von Landtagspräsidentin Astrid Wallmann in den Musiksaal, um die Arbeit und das Engagement derjenigen zu honorieren, die sich in besonderer Weise für Vielfalt und Akzeptanz in Hessen einsetzen. Im Jahr der Fußball-Weltmeisterschaft stand das Thema Homosexualität im Spitzensport und Profifußball im Zentrum. 

Marcus Urban: „Sexuelle Orientierung ist kein Parameter für Leistungsfähigkeit.“

Ehrengast war der ehemalige Fußballspieler Marcus Urban, der durch seine Biografie ‚Versteckspieler‘ große Bekanntheit erlangte und seither auch als Führungskräfte-Coach und Diversity Leadership tätig ist. Er berichtete von den Erfahrungen seiner Beratung und der Zeit seines persönlichen Outings im Jahr 2007, das mit einem abrupten Karriereende auf dem Fußballplatz einherging. Dabei betonte Urban die große Schwierigkeit, gerade im Kontext des Profisports offen zu Homosexualität zu stehen.

Noch immer sehen sich schwule und lesbische Aktive aus dem Profisport Vorurteilen und Stigmata ausgesetzt. „Es ist wichtig klarzustellen: Die sexuelle Orientierung ist kein Parameter für Leistungsfähigkeit. Selbstbestimmt, offen und authentisch leben zu können, ohne Versteckspiele, ist hingegen eine Grundvoraussetzung für persönliches Glück und Erfolg. Für die breite Gesellschaft wurde bereits viel erreicht. Nun müssen auch Fußballer zu ihren Gefühlen stehen dürfen“, sagt Marcus Urban.

Bis heute hat sich kein aktiver Bundesliga- oder Nationalspieler zu seiner Homosexualität bekannt. Marcus Urban möchte Mut machen: „Aus meiner persönlichen Erfahrung heraus kann ich sagen: Der Lohn des Outings ist das Gefühl von Freiheit, Leichtigkeit und mehr Selbstbestimmung. Ein Fußballspiel geht 90 Minuten, ein Leben aber 90 Jahre.“  

Landtagspräsidentin sichert Unterstützung in bewegten Zeiten zu

Stellvertretend für Parlamentspräsidentin Astrid Wallmann stellte Vizepräsidentin Martina Feldmayer in ihrer Rede fest, dass es neben zahlreichen Fortschritten der vergangenen Jahrzehnte für die LGBTIQ+-Community in rechtlicher, politischer und kultureller Hinsicht immer auch Teilbereiche der Gesellschaft gab und gibt, die nicht profitiert haben. Dazu gehöre ganz klar der Spitzensport und in besonderer Weise der Profifußball der Männer. Im Deutschland des Jahres 2026 sei ein Fußballer mit einem Spielermann statt einer Spielerfrau an seiner Seite offenbar eines der letzten großen Tabus. 

Für die gesamte Community versicherte Feldmayer: „Nach Jahren großer Errungenschaften für die LGBTIQ+-Gemeinschaft lassen viele politische und gesellschaftliche Entwicklungen der aktuellen Zeit Rückschritte befürchten. Daher ist es mir ein besonderes Anliegen, an diesem Abend eine ganz klare Botschaft zu vermitteln: Die deutlich überwiegende Mehrheit des hessischen Parlaments sieht und kennt Ihre Sorgen und steht – auch und gerade jetzt – fest an der Seite der LGBTIQ+-Community.“