Hohe Nachfrage nach Beratungen und immer mehr Cyberattacken
Hessischer Datenschutzbeauftragter übergibt Tätigkeitsberichte an den Landtag
Landtagspräsidentin Astrid Wallmann hat die Tätigkeitsberichte des Hessischen Beauftragten für Datenschutz und Informationsfreiheit (HBDI), Prof. Dr. Alexander Roßnagel, entgegengenommen. „Immer mehr Bürgerinnen und Bürger suchen Unterstützung und Beratung beim HBDI“, lautet Roßnagels Bilanz im 54.Tätigkeitsbericht zum Datenschutz.
Demnach stieg die Zahl der Beschwerden wegen Verletzungen des Datenschutzgrundrechts im vergangenen Jahr insgesamt um 58 Prozent im Vergleich zum Vorjahr auf 6.070. Besonders hoch sei der Anstieg in den Bereichen Auskunfteien und Videobeobachtung, so Roßnagel. Dort legten die Beschwerden um 221 Prozent bzw. 83 Prozent zu.
Auch der Beratungsbedarf steigt. „Behörden und Unternehmen suchen nach Rechtssicherheit und wenden sich zunehmend mit Beratungsanfragen an mich. Wir haben im Jahr 2025 1.200 individuelle Beratungen durchgeführt“, so Roßnagel.
„Diese steigende Nachfrage macht deutlich, dass dem Datenschutz in Zeiten der digitalen Transformation eine Schlüsselrolle zukommt“, sagt Landtagspräsidentin Astrid Wallmann.
Hackerangriffe werden immer raffinierter
Cyberangriffe auf IT-Systeme nahmen im Berichtszeitraum um fast ein Drittel auf 625 zu. Der Datenschutzbeauftragte geht jedoch von einer hohen Dunkelziffer aus. Dem Bericht zufolge werden die Cyberangriffe qualitativ immer professioneller und richten sich zunehmend gegen Dienstleister, die für Unternehmen und Behörden tätig sind. Datenschutzverletzungen zählen zu den Arbeitsschwerpunkten des HBDI in der Aufsicht.
Auch für das zweite Tätigkeitsfeld des HBDI, die Informationsfreiheit, legte Roßnagel einen Bericht vor. Hier stieg die Zahl der Beschwerden und Beratungen von 116 auf 133. Informationsfreiheit bedeutet, dass jedem Bürger ein Anspruch auf Zugang zu den bei öffentlichen Stellen vorhandenen amtlichen Informationen zusteht. Der Beauftragte und sein Team hilft den Bürgerinnen und Bürgern dabei, ihre Ansprüche durchzusetzen. Ziel ist es, das Vertrauen der Bürger in den Staat zu stärken und Verwaltungshandeln transparent zu machen.