Landtagspräsidentin Astrid Wallmann besucht Städel Museum, Porzellanmanufaktur und Geschichtsort Adlerwerke
Geschichte richtet nicht nur den Blick auf die Vergangenheit, sondern birgt einen elementaren Erfahrungsschatz für die Gestaltung unserer Zukunft. Beim zweiten Teil ihrer Sommerreise hat Landtagspräsidentin Astrid Wallmann Orte in Frankfurt besucht, die eindrucksvoll verdeutlichen, welche Perspektiven der Umgang mit Geschichte eröffnet.
Wer sich der Geschichte zuwendet, schafft sich neue Perspektiven.
Städel Museum: Kunst für demenzkranke Menschen
Im Frankfurter Städel Museum konnte die Parlamentspräsidentin sehen, wie Kunst aus verschiedenen Epochen das Wohlbefinden von Menschen mit Demenz verbessern kann. Unter dem Titel „Artemis Digital“ hat das Städel Museum in Kooperation mit dem Arbeitsbereich Altersmedizin am Institut für Allgemeinmedizin der Goethe-Universität Frankfurt ein digitales Kunstangebot für Menschen mit Demenz entwickelt. Das gemeinsame Betrachten von Kunstwerken auf Tablet, PC oder Smart-TV soll den Austausch über Kunst zwischen den Patienten und ihren Begleitpersonen stärken sowie zum kreativen Gestalten einladen und dabei sowohl Lebensqualität als auch kulturelle Teilhabe der Betroffenen fördern.
„Es ist beeindruckend zu sehen, welche Kraft in der Auseinandersetzung mit Kunst liegen kann. Darüber hinaus zeigt ‚Artemis‘ das Potenzial innovativer, interdisziplinärer Ansätze für die Medizin der Zukunft auf. Die Zusammenarbeit von Städel Museum und Goethe-Universität ist ein hervorragendes Beispiel dafür, was erreicht werden kann, wenn Kompetenzen ganz unterschiedlicher Bereiche zusammenwirken“, sagte Landtagspräsidentin Wallmann. Von der webbasierten Anwendung „Artemis Digital“ profitieren Menschen unabhängig von ihrem Wohnort. Dieser Ansatz sei ein wichtiger Schritt für die Barrierefreiheit und habe Vorbildcharakter, so die Parlamentspräsidentin.
Höchster Porzellan: Hessisches Kulturgut trifft auf zeitgenössisches Design
Beim anschließenden Besuch der Höchster Porzellanmanufaktur informierte sich Astrid Wallmann darüber, wie traditionelle Handwerkskunst das Kompetenzportfolio von Studierenden bereichert. Die zweitälteste Porzellanmanufaktur Deutschlands wird von der Hochschule für Gestaltung (HfG) Offenbach geführt und zieht im kommenden Jahr in ein Stadtteilmuseum in Höchst um. Das Wissen über das Handwerk von damals ist an der HfG wichtiger Bestandteil der Ausbildung.
Landtagspräsidentin Wallmann sagte bei ihrem Besuch: „Porzellankunst aus Hessen ist ein bedeutendes geschichtliches Erbe. Es ist beeindruckend, wie dank der Hochschule für Gestaltung langjährige Tradition mit modernsten Ansätzen des Designs verbunden wird und etwas Neues entsteht, ohne das Alte zu verdrängen. Das Konzept für die Porzellanmanufaktur zeigt, dass die Fortführung alter Fertigkeiten und das Streben nach Neuem sich wertvoll ergänzen."
Geschichtsort Adlerwerke: Aus der Historie lernen
Wie die Lehren aus den dunkelsten Kapiteln der deutschen Geschichte dazu beitragen können, die demokratische Grundordnung der Gegenwart zu stärken und für die Zukunft zu sichern, erfuhr Parlamentspräsidentin Wallmann am Geschichtsort Adlerwerke im Frankfurter Gallusviertel. Die heutige Gedenk- und Bildungsstätte hat sich zum Ziel gesetzt, Wissen über die Vergangenheit des ehemaligen Fahrzeug- und Maschinenbauunternehmens zu vermitteln, in dem während der NS-Zeit Zwangsarbeiter und Kriegsgefangene eingesetzt waren und das Konzentrationslager Katzbach errichtet wurde. Landtagspräsidentin Wallmann sagte: „Wir müssen die Erinnerung an diese dunkelste Zeit der deutschen Geschichte stetig wachhalten. Die Auseinandersetzung mit der NS-Vergangenheit sensibilisiert uns für den Wert von Demokratie, Freiheit und Menschenwürde, die es auch und gerade heute zu schützen und zu verteidigen gilt. Dazu sind wir alle aufgerufen.“
Neben Gedenken und Würdigung der Opfer von Zwangsarbeit und KZ-Haft klärt die Bildungsstätte auch über das System der Konzentrationslager am Beispiel des KZ Katzbach auf und beleuchtet das Thema Zwangsarbeit als Teil der deutschen Migrationsgeschichte.
Erfahrungsschatz aus der Vergangenheit in die Zukunft übertragen
Zum Abschluss ihrer zweitägigen Sommerreise sagte die Parlamentspräsidentin: „Die Stationen in Frankfurt haben auf eindrückliche Weise vor Augen geführt: Wer sich der Geschichte zuwendet, schafft sich neue Perspektiven und kann eine bessere Zukunft gestalten. Der Blick zurück hält wertvolle Erkenntnisse bereit.“
Beim ersten Teil ihrer Sommerreise am 10. Juli hatte die Parlamentspräsidentin Ferienprogramme im Hessenpark in Neu-Anspach und in der Kinder-Akademie Fulda besucht und sich dort über demokratische Bildung informiert.