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Anhörung Jugendliche in der Enquetekommission Jugendbeteiligung
03
Juni
2026

Zwischen Deepfakes, KI und Influencertum

Jugendliche berichten in Enquetekommission

Bei einer Anhörung der Enquetekommission Jugendbeteiligung gaben Jugendliche Einblick in ihre Lebenswelt im digitalen Raum und brachten ihre Wünsche und Ideen vor, wie eine stärkere Partizipation junger Menschen gelingen könnte. 

Welche politischen Themen Jugendlichen im Netz begegnen, was ihnen Sorge bereitet und auf welche Weise sie in demokratische Prozesse eingebunden werden möchten, darüber haben sich in der 16. Sitzung der Enquetekommission „Demokratie und Teilhabe leben – Beteiligung junger Menschen stärken“ am 3. Juni neun 16- bis 18-Jährige mit Abgeordneten ausgetauscht. 

„Schaffen Sie Räume, in denen wir nicht nur gehört werden, sondern auch geschützt sind“, lautete der Appell von Ilan und Vincent. Sie hatten sich in ihrer Gruppe damit beschäftigt, wie politische Meinungsbildung von Jugendlichen im Netz geschieht. Ihr Fazit: Die Grenze zwischen Meinung und Hetze verschwimmt. Hass werde häufig als Meinungsfreiheit deklariert. In einem Medienverhalten, das statt auf gezieltem Informieren aus vertrauenswürdigen Nachrichtenquellen eher auf dem Nebenbei-Konsum schnell geschnittener TikTok-Videos mit polarisierenden Inhalten beruht, werde ein respektvoller Austausch immer schwieriger. 

Jugendliche wünschen sich Transparenz

In Gruppen hatten die Jugendlichen zuvor ihre Erfahrungen zu fünf Themenblöcken ausgetauscht und präsentierten in der Sitzung dann stellvertretend den Mitgliedern der Kommission unter dem Vorsitz von Cirsten Kunz-Strueder (SPD) die gemeinsam erarbeiteten Positionen und Wünsche. Unterstützt wurden sie dabei von Miriam Zeleke, Hessische Landesbeauftragte für Kinder- und Jugendrechte.

„Jugendliche fühlen sich nicht ausreichend berücksichtigt“, gaben Nina (12. Klasse) und Lucas (10. Klasse) zu bedenken. Ihrer Auffassung nach sollten digitale Angebote zur Beteiligung einfach zugänglich und gut verständlich sein. Am wichtigsten sei jedoch, Transparenz über die Ergebnisse zu schaffen und eine Rückmeldung zur eigenen Beteiligung zu erhalten. 

Was die Sicherheit im Netz angeht, sehen sich die Jugendlichen zumeist auf sich selbst gestellt. „Eltern sind oft planloser als die eigenen Kinder“, fassten der 18-jährige Jonas und die 17-jährige Lilly die Diskussion in ihrer Gruppe zusammen. Was sie sich wünschen, ist eine verlässliche Kennzeichnung von KI-Inhalten im Netz sowie ein härteres und schnelleres Eingreifen bei Hass und Hetze auf Plattformen. 

KI ist Teil des Alltags 

Über große Unterschiede im Umgang mit KI an Schulen berichteten Jorma und Bernd. Während KI längst Teil ihres Alltags sei, gingen die Lehrkräfte dies ganz unterschiedlich an. „Die Schulen halten nicht Schritt mit der Entwicklung der KI“, warnten sie. Doch selbst unter den Schülerinnen und Schülern müsse der Umgang differenziert betrachtet werden: „Die KI wird benutzt, aber nicht verstanden“, so Jorma.

Darüber, ob Verbote im Umgang mit Social Media weiterhelfen könnten, zeigten sich die Jugendlichen uneinig. Ein pauschales Handyverbot ist aus Sicht der jungen Erwachsenen wenig sinnvoll. Ab der 9. und 10. Klasse sei das Smartphone nicht mehr wegzudenken, um mit Freunden in Kontakt zu treten oder gemeinsam Spiele zu spielen, sagte der 18-jährige Peyton. Vorstellbar seien unterschiedliche Altersgrenzen für den reinen Konsum sozialer Medien im Vergleich zum aktiven Posten.

Hintergrund

Seit Oktober 2024 beschäftigt sich die Enquetekommission „Demokratie und Teilhabe leben – Beteiligung junger Menschen stärken“ unter dem Vorsitz von Cirsten Kunz-Strueder (SPD) mit der Frage, welche Möglichkeiten der Mitsprache Kinder und Jugendliche in Hessen gegenwärtig haben und wie diese in Zukunft besser ausgestaltet werden können. In vorangegangen Sitzungen beschäftigten sich die Mitglieder der Kommission unter anderem mit den rechtlichen Grundlagen und psychologischen Gegebenheiten von Jugendbeteiligung.